Durch Elektrifizierung und Flexibilisierung zur Klimaneutralität
Regenerativ erzeugter Strom
Windkraft- und Photovoltaikanlagen erzeugen nachhaltig und kostengünstig Strom. Er ist zentraler Energieträger in der gegenwärtigen Energietransformation und ermöglicht eine umfassende Elektrifizierung unserer Lebensbereiche und leistet einen wesentlichen Zielbeitrag zur Reduktion der Treibhausgas (THG) Emissionen (um mind. 65% bis 2030 und um mind. 85% bis 2040 gegenüber 1990).
Mit einer installierten Leistung von 413 MW (Stromstudie für die Metropolregion Rhein-Neckar, Fraunhofer ISE, 2022) erwirtschaften die Windkraftanlagen in der Metropolregion bereits einen großen Teil des Grünstroms in der Region. Die Anlagen konzentrieren sich an Standorten vor allem im Neckar-Odenwald-Kreis und in der Südpfalz: Teilregionalplan Windenergie
PV-Stromerzeugung auf Freiflächen in der Region ergänzen sich mit integrierten Lösungen innerhalb von Städten und Gemeinden. Nur mit einer Vervielfachung der Stromerzeugungskapazitäten gegenüber heute sind die übergeordneten Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.
Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit mit Erneuerbaren Energien
Versorgungssicherheit: Stromerzeugung und -verbrauch sollten zeitlich und räumlich möglichst zur Deckung gebracht werden, um den Aus- und Umbau der regionalen Stromverteilnetze möglichst gering zu halten. Mit dem Einsatz angepasster "netzdienlicher" Technologien – wie z.B. zur Energiespeicherung, zur sog. Sektorenkopplung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie - kann weiterhin eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet werden.
Bezahlbarkeit: Zunehmende Bedeutung wird in diesem veränderten und dezentralisierten Energiesystem die soziale Frage erhalten. Wie wird künftig ein sozial gerechter Zugang zu bezahlbarer Energie aussehen? Der „PV-Strom vom eigenen Dach“ kann gegenwärtig nur von Hauseigentümern genutzt werden, - also weniger als der Hälfte der Bevölkerung in Deutschland. Entsprechende Angebote für Mieterhaushalte sind vor allem wegen regulatorischer Hindernisse kaum verbreitet. Dies deutet nur den Umfang der Aufgabenstellung an. Es bleibt also noch viel Spielraum für innovative Ansätze und Initiativen.
Grüner Wasserstoff: Energieträger und Rohstoff für Mobilität und industrielle Anwendungen
Sog. "Dunkelflauten" - sonnen- und windschwache Perioden - und zeitlich schwankende Energienachfrage können mit einem Einsatz moderner Speichertechnologien und flexibleren Marktmechanismen ausgeglichen werden. Einen großen Stellenwert erhält hier der Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft, um die Vollversorgung aus erneuerbaren Energien zu stärken. Wasserstoff wird künftig in noch größerem Umfang in Industrie und Verkehr benötigt. Er erhält in seiner Vielseitigkeit als Energieträger und Rohstoff eine Schlüsselrolle zur Flexibilisierung des künftigen Energiesystems. Hinsichtlich der Klimaschutzwirkung kann jedoch ausschließlich sog. grüner Wasserstoff - auf Basis von Wind und PV-Strom hergestellt - gemeint sein.
Klar ist, dass aus dem regionalen Umfeld nur ein Bruchteil des benötigten Wasserstoffs bereitgestellt werden kann. Dennoch kann die Nutzung dezentral verfügbarer erneuerbarer Energien zur Erzeugung von grünem Wasserstoff zu einer Verringerung von Energieimporten und zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung beitragen.
Mit der Analyse und Bewertung lokaler (potenzieller) Wasserstoff-Ökosysteme können Chancen wasserstoffbasierter Prozesse besser abgeschätzt werden. Der Verband Region Rhein-Neckar hat dazu mit finanzieller Förderung des Umweltministeriums Baden-Württemberg ein regionales Wasserstoffkonzept erarbeitet, um gemeinsam mit der Metropolregion Rhein-Neckar GmH die Produktions-, Abnahme- und Logistikpotenziale von grünem Wasserstoff in seinen verschiedenen Aggregatzuständen und Derivaten zu untersuchen.
Im industriellen Kern der Region befinden sich wichtige Ankerpunkte für den regionalen Markthochlauf einer Wasserstoffwirtschaft. In Abhängigkeit von Transportkosten, Angebot und Nachfrage nach regenerativ hergestellten Wasserstoff wurden Schwerpunktgebiete identifiziert, in denen die Integration von Wasserstoff im regionalen Energiemarkt möglich erscheint.